Die erste Stimme, die mich auf besondere Art und Weise berührte, war die von Amanda Lear. Ihr „Follow me, just follow me ..“ grub sich ganz tief in meinem Inneren ein. Fasziniert sah ich sie im Fernsehen. Ich war hin und weg von dieser lockenden Tiefe. Irgendwann entschwand die Stimme dann aus meinem Sinn, bis die meine auf besondere Weise ihre Bestimmung fand.

Ich liebe meine Stimme, wenn sie so lockend ist, wie Amandas von damals. Es bedarf nur weniger Worte und das Einlassen wollen auf den Zauber der Hingabe.

Voller Genuss und mit Bedacht forme ich meine Lippen, öffne sie dann und durch ein Lächeln finden meine Worte meinen Gast. Er lässt sich ein. Sein Blick wandert zwischen meinen Augen, die ihn zu wohligen Orten locken und meinem einladendenen Mund. „Gibt dich mir hin. Folge mir .. Folge mir .. Komm.. Komm.” Meine Hand umschließt indes fest den Stamm, um dann das richtige Tempo zu finden.

Worte, Blick und Hand – mein Körper an deinem – ganz nah .. Komm, Komm.

Möchtest du meine Stimme genießen? Komm zu mir und lass dich drauf ein.

Als kleinen Vorgeschmack, habe ich mit meiner Stimme etwas gespielt. Es gibt ein kleines Gedicht von mir und ich liebe es, weil der Lyriker genau diesen besonderen Anna Spirit einfangen konnte.

Danke, Phil 🙂

 

An Stand

Anna berührt. Berührt.
Intransitiv. Kein Objekt.
Berührt einfach. Sie.
Nicht sich. Nicht mich.
Nicht diesen. Nicht jenen.
Anna berührt.

Anna berührt.
Mit Haut und Händen.
Erfahren. Routiniert.
Annas Hände
berühren berühr berüh be
Langsam. Nicht so schnell.
Mach’s noch mal, Anna.

Da capo. Von vorn.
Nein. Rückwärts.
So ja na na annA.

Anna berührt.
Hände. Schweben.
Hautnah. Ah
Aah Anna
Berühren. Rühren. Führen
rum rauf rum
oh Anna

Anna berührt.
Zeit steht still. Steht still.
Steht. Noch einmal. Da capo.
Da Vinci. Da Coda.
Anna berühr takt akt ackt
an ackt annackt
takt weise leise psst

Hände. Hand. Stand.
Stand An An Stand.
Stand Hand. Hand Stand.
Stand
Schwand.
Oh Anna

Und wieder erröten
hautnah
die Finger