Sie haben gewonnen – 22 Millionen Euro Gewinn
Ich starre auf meinen Bildschirm. 22 Millionen Eurooooo. Wahnsinn! Wat denn nu? Hol mir erst mal einen Zettel und schreib die Ziffer mit zitternder Hand auf einen Zettel. Mein Bleistift hört nicht auf zu kreisen. 22 000 000. Was mach ich nur mit diesem Batzen? Ein schönes Haus oder ne Wohnung über den Dächern meiner Stadt kaufen oder woanders? Erst mal reisen? Vielleicht irgendwo ankommen? Und was mach ich dann dort? Ich grübel. Weiter Menschen berühren? Oder was anderes, vielleicht noch Größeres tun?
Mein Blick wandert zum Telefon. Ja, am besten werde ich erst mal anrufen, meine noch nicht ganz fassbare Stimmung mitteilen. Und wen als erstes? Meine Familie? Die schnappen über, oder auch nicht? Meine Freunde? Werden die sich für mich freuen? Vielleicht gibt es Unstimmigkeiten? Will ich was vom millionenschweren Batzen abgeben? Klar, wenn es Sinn hat. Doch weiß ich, was sinnvoll ist? Ich kaue auf meinen Bleistift. Und wird der Batzen überhaupt bis zum Ende reichen? Ich sollte es mehren, nicht dass er schneller weg ist, als gedacht.
Fahre meinen Rechner hoch und gucke neugierig nach schicken Anwesen. Google: Luxuswohnungen in Berlin. Oh – lese ganz andere Worte in den Exposés, als bei früheren Recherchen. Eleganz, edel, Wohnambiente, Entrée, Kochinsel, Masterbereich, Sauna-, Fitness- und Wellnessbereich mit Whirlpool, Weinkeller, Stuck- und Mamorelemente .. Tolles Gefühl, wenn die Höhe des Kaufpreises nicht der Dreh- und Angelpunkt bei der Auswahl ist. Scrolle mich durch Exposés.. Anwesen bieder strotzend, aber auch irgendwie Kühle ausströmend, fernab von Gemütlichkeit und die meisten eingebaut mit beschränkten Blick auf andere Luxuswohnungen. Muss grinsend an Marzahn denken, aber dort gibt es inzwischen viele hohe Bäume zwischen den Wohnblöcken.
Log mich aus und gehe in die Küche. Jetzt erst mal eine leckeren Pott Kaffee trinken.
Es dämmert langsam. Im Haus gegenüber brennen schon einige Lichter. Stelle mich ans Fenster und blicke hinunter in ein gemütliches Wohnzimmer. Eine Wand voller Bücher mit einem großen Tisch, dessen Mitte eine üppige Blumenvase ziert. Eine Frau mit einem roten Trägerkleidchen steht am Tisch, hinter ihr ein Mann. Er küsst langsam ihren Nacken. Dann dreht sie sich um und legt ihre Arme um seinen Hals. Sie fangen an zu schwingen. Er flüstert ihr was ins Ohr und sie muss lachen. Dann greift er ihre Hand. Sie blickt zu ihm auf und er dreht sich mit ihr leidenschaftlich im Tangotakt. Was für ein schöner Anblick. Ich kann die Musik und den einzigartigen Zauber spüren. Mir wird warm ums Herz.
Das ist es – das Ungreifbare und Unbezahlbare, was dem Leben eine Qualität einhaucht, was nicht mit Geld und Gold aufzuwiegen ist. Erlebnisse – alleine, zu zweien oder mit Menschen, die einem nähren. Mein Kaffee ist inzwischen kalt geworden. Im Tangozimmer schiebt die Frau die Vorhänge zu.

Pling, eine EmailNachricht. Ich schrecke auf. Es ist dunkel um mich und ich lieg im aufgewühlten Bett. Wie spät ist es? 3:40 Uhr leuchtet mein Wecker. Hab ich geträumt? Irgendwas von Luxus, Liebe und Leidenschaft? Geh in die Küche und trinke ein Glas Wasser. Schau aus dem Fenster. Einige Lichter sind noch nicht erloschen. Der Mann von gegenüber sitzt an einem großen runden Tisch mit einer üppigen Blumenvase. Er krümmt sich schreibend vor einem Laptop. Vielleicht ist seine Frau verreist und sie chatten oder schlummert sie im Nachbarzimmer? Bin müde und verkriech mich wieder in mein immer noch warmes Wuschelbett. Das ist doch purer Luxus!

Womit habe ich mich in den letzten zwei Monaten beschäftigt? Mein 3. Hand-Foto-DiaShow „Dream Hands“ ist fertig. Die Kamera hat meine Hände wunderbar eingefangen und diesmal habe ich alles auf schwarz-weiß gesetzt. Weniger ist mitunter mehr ..

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