Fantasien in uns – ein spannendes Thema, über das ich mir zuweilen gerne Gedanken mache. In jedem von uns leben ja Fantasien. Meine sind oftmals bunt und greifbar schön, mitunter auch sureal ungreifbar. Fantasien gibt es mannigfach, wie Blumen in einem riesigem Garten – große himmelstürmende Sonnenblumen, betörend duftendende Kelche in satten Farben, breite Kissen kleiner Sternenblümchen, bizarre dornige Schönheiten, pastellene Pusteblumen .. Hach – meine Arme könnten nicht alle Blumen fassen. Mein Blick bleibt an einer schönen Rose hängen.

Wann fängt die Fantasie an, in einem Menschen Fuß zu fassen? Woher kommt eine Fantasie? Wer setzt den Samen ins fruchtbar Beet? Kommt sie ganz früh in der Kindheit oder später beim Lesen eines Buches? Entspringt die Fantasie einem Film oder aus dem unendlichen Weiten des www. Der Auftakt ist verschieden und ich freue mich, wenn sich eine Fantasie, in meinem Studio mutig zeigt. Das kommt nicht alle Tage vor, denn so ein Fantasieschatz ist unbedingt schützenswert. Nur passende Ohren und Herzen können teilen und zelebrieren. Hier bei mir im Studio darf sie sich zeigen.

Ich erinnere mich an eine Gast, der „Mein London” erleben wollte – die Liebe zum feinen Nylonstoff an schönen Frauenbeinen. Woher kam diese besondere Vorliebe, wollte ich wissen. Ganz früh noch vor der Schule. Die Mutter trug diese samtigzarten Nylonsttrümpfe und auch ihre Freundinnen, die zum Tee kamen und eine Tante. Da er noch sehr klein war, krabbelte er unverdrossen unterm Tisch und die Frauen bemerkten wohl nicht die neugierigen Inkognitoblicke dieses kleinen Knirpses. Da saß er dann, wie ein Bewunderer in mitten eines runden Tempels mit so schönen schlanken Säulen – zum Greifen nah. Aber das traute er sich nicht, zu groß war die Angst, aufzufliegen und aus dem Zimmer verbannt zu werden. Später, in der Schule, die Klassenlehrerin, die nicht nur unfassbar schöne Kleider trug, sondern auch sehr kurze und wenn sie sich auf den Klassentisch setze in Armeslänge Abstand, wollte er lieber seiner Fantasie zuhören, als dem Unterricht. Ging es deinen Klassenkameraden ebenso? Keine Ahnung. Mit niemanden wollte er darüber reden. Ist doch schon peinlich genug, wenn Kopf und Körper mehr den Trieben folgen wollten, als dem Unterricht. Und später? Trugen deine Freundinnen Nylons? Nicht wirklich. Die hatten eher Hosen an. Guckst du heute nach Frauen in Röcken und Kleidern mit Nylons? Erschrocken wehrt er ab. Nee – das geht gar nicht. Die Wahrscheinlichkeit, eine unangenehme Abfuhr zu bekommen und womöglich als Spanner angeprangert zu werden, ist zu hoch. Ein flüchtiger Blick, der übers Handy wandert, muss ausreichen. Zu Hause am PC kann er länger gucken.

Gefangen im Fantasie Labyrinth. …

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Wir habe 5 Finger links und rechts, 5 Zehen an jedem Fuß und 5 Sinne – die wir tagtäglich nutzen, um uns ein Bild von der Welt zu machen und sie in unser Herz zu lassen. Daher ermuntere ich ihn und die andern handyaffinen Menschen da draußen, den gesunkenen Augensinn mehr am Offline zu erfreuen – sei es in der Natur, in der Stadt, oder im Gegenüber. Das man beim letzteren nicht immer Blumensträuße erntet, darf Mann nicht einschüchtern. Denn gehemmt in unserer Natürlichkeit sind ganz viele – Männer wie Frauen, trotz des quietschbunten Onlinegedöns. Ein Augenblick ist wie ein Anklopfen, ein Winken, ein Hallo! Ich bin ein Mensch und du ja auch.
Ja, mein Gast seufzt tief und tätschelt mein Nylonbein am Ende unsers Londonbesuchs. „Ich überlege mir das mit dem OfflineAugenblick.” – „Ja, echter Augenblick trifft echte Begegnung. Ist doch ein schöner Weg zur Harmonie.”

 

Anna Frage:
Und wie is it so mit Anna Safe 3:0 ?
Jo – zum Fan fürs Schutztüchlein wird man nicht geboren. Das dauert.  Aber es wird fühlbar kuscheliger bei mir im Studio, denn der Weg IST das Ziel 😉